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         Uranylacetat

    Uranylacetat ist das Uransalz der Essigsäure und enthält Uran in der 6. Oxidationsstufe.




    Eigenschaften:

    Uranylacetat ist ein gelber, kristalliner Feststoff, welcher leicht nach Essigsäure riecht.

    Erhitzt man das Dihydrat auf über 110°C, so verliert er sein Kristallwasser. Ab einer Temperatur von über 275°C zersetzt er sich und es bildet sich Urantrioxid, UO3.

    Der Stoff ist ein Wasser nur mäßig löslich.

    Beleuchtet man Uranylverbindungen mit einer UV-Lampe, so tritt eine helle, gelbgrüne Fluoreszenz auf, die nach dem Erlöschen der Lampe sofort verschwindet. Der Stoff ist außerdem Lichtempfindlich.

    Uran(VI)-Salzlösungen lassen sich mit starken Reduktionsmitteln, wie nasc. Wasserstoff, Dithionit oder kathodisch reduzieren. Dabei tritt als Zwischenstufe auch Uran(V) auf, welches aber in U(IV) und U(VI) disproportioniert. Zum Schluss ergibt sich U(IV), mit Zinkamalgam entsteht auch U(III).




    Herstellung

    Im Labor kann Uranylacetat durch die Reaktion von Urantrioxid mit Essigsäure dargestellt werden.

    Im Jander/Blasius steht ein Verfahren zur Aufarbeitung von Uransalzen, welche beim qualitativen Nachweis von Na+, sowie der quantitativen Bestimmung von Na+ und Li+ in From uransalzhaltiger Lösungen, entstehen, beschrieben:

    "Die gesammelten Rückstände werden zunächst zusammen mit der überstehenden Lsg. ca 10 min lang zum Sieden erhitzt, um den größten Teil des Alkohols und der Essigsäure zu vertreiben. Die siedende Lsg. wird mit einer ausreichenden Menge von festem NH4Cl (ca. 3g/100 ml Lsg.) u. mit konz. Ammoniak bis zur stark ammoniakalischen Rk. versetzt. Es fällt gelbes, flockiges Ammoniumdiuranat aus. Man lässt abkühlen u. dekantiert nach dem Absetzen des Nd., wirbelt ihn mehrere Male (8-10 Mal) mit W. auf u. dekantiert wie vorher. Dadruch erreicht man enie weitgehende Abtrennung der Fremdionen. Wenn ein Teil des Nd. sich beim Dekantieren nicht mehr klar absetzt u. kein Geruch nach NH3 mehr festzustellen ist, wird das Diuranat auf einer Filternutsche abgesaugt u. bei 80-100°C getrocknet. Das getrocknete Prod. wird fein gepulvert, in einen Tiegel gebracht u. im Al-Block 8-10 St. auf 300-350°C erhitzt. Wenn der größte Teil des Ammoniumdiuranats unter NH3-Abgabe in Urantrioxid übergegangen ist,(Farbvertiefung, Lackmuspapier wird nicht mehr blau gefärbt) überführt man den Rückstand wieder in ein Becherglas. Je 10g werden mit ca. 70 ml W. auf dem Wasserbad auf ca 80°C erhitzt u. der Bodensatz durch Zugabe von ca. 80-90% iger Essigsäure in Lsg gebracht. Man filtriert die Lösung vom schwerlöslichen U3U8 ab (dieses entsteht manchmal in geringen Mengen beim Erhitzen des Diuranats) und engt die Lösung auf ca. 20 ml ein. Dann lässt man über Nacht auskristallisieren. Die erhaltenen Kristalle von Uranylacetat, UO2(CH3COO)2* 2 H2O werden abgesaugt, zwei mal mit wenig essigsäurehaltigem W. gewaschen u. bei Raumtemperatur an der Luft getrocknet. Die Mutterlauge sammelt man für eine spätere Aufarbeitung, da eine zweite Fraktion stets mit NH4+ - Salzen verunreinigt ist."




    Verwendung:

    Uranylacetat wird vorwiegend im analytischen Bereich eingesetzt, so z.B. als Reagenz zur volumetrischen Bestimmung der Phosphorsäure und bei der quantitativen Natrium-Bestimmung (Kahanes Reagenz). In der Mineralogie zum mikrochemischen Nachweis von Natrium in Gesteinen verwendet, daneben als Kontrastmittel für die elektronenmikroskopische Untersuchung von Pflanzenzellen. Natürlich kann man die Substanz auch zur Demonstration der Radioaktivität einsetzen (Wirkung auf Fotoplatten, Geiger-Müller-Zählrohr etc.).




    Gesundheitsgefahren

    Uranylacetat ist sehr giftig und umweltgefährlich. Folgende Symptome einer Vergiftung wurden beschrieben: Entzündliche Hautreaktionen, Nierenschädigungen, toxische Wirkung auf das Gefäßsystem. Uranverbindungen in gelöster Form sind wegen der schnellen Darmpassage relativ wenig toxisch. Inhalierte Partikel sind dagegen hoch toxisch und können langfristig ein erhöhtes Risiko für Lungentumore darstellen. Der Stoff ist daher mit besonderer Vorsicht zu handhaben. Staubentwicklung und das Einatmen von Stäuben/Aerosolen ist unbedingt zu vermeiden. Die Gefahr kumulativer Wirkungen ist zu beachten.

    Mit Lösungen kann man relativ gefahrlos arbeiten, man sollte aber auf jeden Fall acht geben, nichts zu verschütten, das sonst der Arbeitsplatz kontaminiert und nur schwer zu reinigen ist.


    Dieser Artikel wurde angelegt von: *Mathias*

     
     
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